Startseite
Sonntag, 20. Mai 2012 NAVonline aktuell:
+++ Herzlich Willkommen beim Neustart von www.NAVonline.de ! +++  

NEU! Für registrierte Mitglieder des NAV:

Das war das Rerum Antiquarum Certamen 2009/10

Ein Überblick

Mit der feierlichen Preisverleihung in der Herzog-August-Bibliothek zu Wolfenbüttel ist am 05. Juni 2010 der 14. Durchgang des Rerum Antiquarum Certamen zu Ende gegangen. Ein knappes Jahr an Vorbereitungen und unterschiedlichen Durchgängen fand hiermit erneut seinen krönenden Abschluss. Und dennoch: Dieser Durchgang war anders als die anderen vor ihm, konnten doch einmalig Schülerinnen und Schüler aus drei Jahrgängen (11, 12 und 13) teilnehmen. Die Statistik dieses speziellen RAC-Jahrgangs ist also ein Sonderfall und steht geradezu symbolisch für die Veränderungen der gymnasialen Oberstufe und den kommenden Wegfall des Jahrgangs 13, während zukünftige Durchgänge zu berücksichtigen haben, dass sich das Teilnehmerfeld verjüngt, da nun die Jahrgänge 11 und 12 angesprochen werden müssen. Eine passende Gelegenheit also, das RAC auch angesichts sonstiger Veränderungen zukunftsfähig zu gestalten. Die Überlegungen hierzu sind noch in vollem Gang, so dass der diesjährige Rückblick zunächst ein Überblick über die Ergebnisse bleiben muss. Weitergehende Auswertungen und Reflexionen nebst Konzeptionen für mögliche Änderungen im Ablauf oder gar im Konzept müssen an dieser Stelle unterbleiben und werden zu gegebener Zeit nachgeholt. Ich bitte hierfür um Verständnis.
Sicher ist aber, dass das Rerum Antiquarum Certamen im Schuljahr 2011/12 erneut ausgeschrieben wird.

Die erste Stufe, die Klausur, fand landesweit am 22. Oktober 2009 statt. Zur Wahl stand je  eine Klausur Latein (Nepos, Atticus, 1,3f; 15,1f und 16,1) und Griechisch (Platon, Politeia I,338e6 – 339c3), jeweils eine Übersetzung des Originaltextes mit Zusatzaufgaben umfassend.
846 Schülerinnen und Schüler von 75 niedersächsischen Schulen fertigten Klausuren an. Hiervon qualifizierten sich 198 Schülerinnen und Schüler von 56 Schulen mit einem Ergebnis von mindestens 10 Punkten für die Hausarbeit.

Die zweite Stufe, die Hausarbeit, wurde in der Zeit vom 30. Dezember 2009 – 03. Februar 2010 angefertigt. Eingereicht wurden 69 Arbeiten von 34 Schulen. Folgende Themen wurden von NAV vorgegeben (in Klammern die Zahl der jeweils angefertigten Hausarbeiten):

1. „Est igitur res publica res populi“ – Die Suche nach der besten Verfassung (13)
Ausgangspunkt: Cicero, de re publica, erstes und zweites Buch;
Hamilton, Madison, Jay, The Federalist Papers (in Auszügen, z.B. Nr. 63)
2. Die letzte Welt? – Der Dichter in seiner verlorenen Heimat (12)
Ausgangspunkt: Ovid, Exildichtung (in Auszügen);
Christoph Ransmayr, Die letzte Welt
3. Die Schöpfung – ein menschliches Prinzip? Ovids Schöpfungs- und Weltzeitaltermythos im interkulturellen Vergleich (17)
Ausgangspunkt: Ovid, Met. I, 5-150
4. Ezra Pounds Verarbeitung von Properz’ Elegien II,15 und II,29 in Homage to Sextus Propertius (2)
5. Antirömische Propaganda in Werken römischer Schriftsteller (4)
Ausgangspunkt: Calgacus-Rede (Tac. Agr. 30-32), Critognatus-Rede (Caes. Gall. 7,77) u.a.
6. Marcus Tullius Tiro in antiken Zeugnissen und in den Cicero-Romanen von Robert Harris (4)
Ausgangspunkt: Cicero, Briefe u.a.
7. Der Vogel Phoenix von Herodot bis Harry Potter (10)
Ausgangspunkt: Die antike Überlieferung zum Vogel Phoenix bei Herodot, Ovid, Pomponius Mela, Plinius und anderen im Vergleich zur Darstellung bei
Joanne K. Rowling.
8. Aspekte des Imperialismus (Kriegsbegründung) bei Thukydides und bei der Entfesselung des Irak-Krieges (2)
9. Mythenkritik in Palaiphatos’ „Unglaublichen Geschichten“ und bei frühchristlichen Schriftstellern (2)
Hinweis: Die Bearbeitung sollte sich auf bestimmte Aspekte beschränken;
möglicher Vergleichsautor: Laktanz, Epitome
10. Das Lob Athens – Vergleich der Bearbeitungen dieser Thematik bei Herodot, Thukydides, Isokrates und Sophokles (0)
11. Die Entdeckung Troias durch Heinrich Schliemann (3)
Ausgangspunkt: Homer, Ilias

Zur dritten und letzten Stufe, dem Auswahlseminar in Zusammenarbeit mit der Studienstiftung des deutschen Volkes, konnten folgende 13 Schülerinnen und Schüler als Landesbeste eingeladen werden:

1. Felix Bergmann (Ursulaschule Osnabrück)
2. Matthias Brenneke (Altes Gymnasium Oldenburg)
3. Johannes Kleybolte (Kaiser-Wilhelm- und Ratsgymnasium Hannover)
4. Simon Möller (Gymnasium Melle)
5. Michèle Scharbau (Ratsgymnaium Goslar)
6. Friederike Sophie Schulze (Altes Gymnasium Oldenburg)
7. Isabel Steinicke (Ratsgymnasium Stadthagen)
8. Lisa Synowski (Otto-Hahn-Gymnasium Gifhorn)
9. Anna Troestler (Andreanum Hildesheim)
10. Patrick Vrielmann (Gymnasium Nordhorn)
11. Daniel Wirries (Scharnhorstgymnasium Hildesheim)
12. Alexander Wulfers (Albertus-Magnus-Gymnasium Friesoythe)
13. Kathrin Zwanzig (CJD Jugenddorf-Christophorusschule Braunschweig)

Am 03. und 04. Juni fand die dritte Stufe, das Kolloquium unter der Leitung von Frau Hella Kohrs-Kaumanns als Vertreterin der Studienstiftung, zum ersten Mal in den Räumlichkeiten der Bundesakademie für kulturelle Bildung in Wolfenbüttel statt. Dabei spiegelte sich die Aktualität der Alten Sprachen im hohen Niveau der Referate zu Themen wie Der Verfall einer europäischen Währung am Beispiel der Silberprägungen der römischen Kaiserzeit und Der letzte Heruler oder Ein Sommernachtstraum? – Karl Friedrich Schinkels Entwurf eines Residenzschlosses auf der Athener Akropolis für König Otto von Griechenland wider. Im Verlauf der Abschlussveranstaltung am 05. Juni konnten nach dem Festvortrag von Frau Dr. Heike Schmoll über Melanchthon und die alten Sprachen zwei Aufnahmen in die Studienstiftung ausgesprochen werden:

1. Lisa Synowski (Otto-Hahn-Gymnasium Gifhorn)
2. Alexander Wulfers (Albertus-Magnus-Gymnasium Friesoythe)

Herzlichen Glückwunsch!

Der Dank des NAV gilt neben der Studienstiftung des deutschen Volkes und der Bundesakademie für kulturelle Bildung erneut allen Beteiligten, Schülern wie Lehrern, sowie in ganz besonderer Weise allen, die bei teilweise erheblicher Opferung von knapp bemessener Freizeit inmitten Phasen gestiegener Arbeitsbelastung durch Korrekturen, Entwürfe etc. die Durchführung des RAC ermöglichten.