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MITTEILUNGSBLATT
DES DEUTSCHEN ALTPHILOLOGENVERBANDES
Landesverband Niedersachsen

mit den Landesverbänden Sachsen-Anhalt und Bremen
im Deutschen Altphilologenverband (DAV)
Jahrgang LX Heft 1, 2010

 
   
 

 
 

Zur Replik auf  Klaus Elsners Erste Fragen an Das neue Lehrwerk "intra" in den MITTEILUNGEN 2/2009

Meine "ersten Fragen an "intra" haben mir wegen meiner Assoziation an die obligatorischen Nackten in der Bildzeitung die Aussage eingetragen,  mich spätestens jetzt nicht mehr ernst nehmen zu können. Wenn die Damen sich dazu verstehen könnten zuzugeben, dass den Gesichtspunkt der Nacktheit als einzigen zur Charakterisierung der Götter einlaufen zu lassen, ein wenig selbstkritkwürdig schon sein könnte, dann könnte ich einräumen, in Zukunft meine Assoziationen besser zügeln zu müssen.  Dass es mit dem "Nichtmehrernstnehmen können" vielleicht doch nicht so schlimm war, könnte man daraus entnehmen, dass die Verfasserinnen noch eine ganze Seite weiter auf mich eingehen, am Schluss sogar mit einer direkten Anrede.
Meine Fragen haben ihnen eben doch die große Gelegenheit gegeben, für ihr Buch zu werben. Die Redakteurin von Vandenhoeck & R, Frau Dr. Steinkühler, tut es vorweg auf mehr als zwei Seiten, offenbar mich ernstnehmend, die Verfasserinnen selbst auf 2 Seiten.

Wenn ich sonst noch etwas anmerken dürfte, dann wäre es dieses:
Für einen Hinweis auf den großen Erfolg des Buches zur Abwehr von Kritik sollte man sich zu schade sein, weil es nur vordergründig ist. Wenn Kritik nun falsch wäre, aber massenhaft, dürfte uns das doch auch nicht zur Unterdrückeng einer Gegenrede bewegen. Außerdem: Wie misst man den Erfolg, noch dazu den einer einzelnen Besonderheit, nämlich des Satzgliederhauses?  Meinen Hinweis darauf, dass von einem Prädikatszimmer mit Trennwand, also einem Kopula+Prädikatsnomen-Prädikat, keine Treppe nach oben führen könne, halte ich aufrecht: Denn in einem esse-Kopula-Satz gibt es gar kein Objekt wie bei einem Handlungssatz. Also müsste es mindestens zwei Satzbilderhausmodelle geben.  Dass das alte 68er –Schema ein allgemeines war und ist, hat mit der Frage, ob die Verfasserinnen damals schon gelebt haben, ebenso viel zu tun wie eine etwaige Kritik Luthers,  obwohl man ihn gar nicht erlebt hat. Ich bin bestürzt, dass die Verfasserinnen mich hier so  missverstehen konnten, als hielte ich sie für 68er.

Klaus Elsner